Die Schweiz bietet eines der attraktivsten Förderungspackete für Solaranlagen in Europa. Zwischen Bundesförderung (Einmalvergütung), kantonalen Programmen, kommunalen Zuschüssen und dem vollen Steuerabzug können Sie die effektiven Kosten Ihrer Solaranlage um 40–60% reduzieren. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen alle verfügbaren Förderungen und wie Sie das Maximum herausholen.
1. Einmalvergütung (EIV) des Bundes – Die Hauptförderung
Die Einmalvergütung (EIV) ist die wichtigste Bundesförderung für Photovoltaikanlagen und wird von Pronovo (einer Tochtergesellschaft von Swissgrid) administriert. Sie steht allen Anlagenbesitzern zu und wird nach Inbetriebnahme ausbezahlt.
Berechnung der EIV 2026
Die EIV setzt sich aus zwei Komponenten zusammen:
- Grundbeitrag: CHF 350 (einmalig pro Anlage)
- Leistungsbeitrag: CHF 320 pro kWp installierte Leistung
Berechnungsbeispiele:
- 5 kWp: CHF 350 + (5 × CHF 320) = CHF 1'950
- 10 kWp: CHF 350 + (10 × CHF 320) = CHF 3'550
- 15 kWp: CHF 350 + (15 × CHF 320) = CHF 5'150
- 20 kWp: CHF 350 + (20 × CHF 320) = CHF 6'750
- 30 kWp: CHF 350 + (30 × CHF 320) = CHF 9'950
So beantragen Sie die EIV
- Installation abschliessen und Anlage in Betrieb nehmen
- Beglaubigung durch einen akkreditierten Installateur erstellen lassen
- Antrag bei Pronovo online einreichen (pronovo.ch) mit allen erforderlichen Dokumenten
- Prüfung durch Pronovo: Bearbeitungszeit aktuell 6–12 Monate
- Auszahlung: Per Banküberweisung auf Ihr Konto
Wichtig: Die EIV-Sätze werden periodisch angepasst. Es lohnt sich, den Antrag zeitnah nach Inbetriebnahme einzureichen, um von den aktuellen Sätzen zu profitieren.
2. Steuerabzug – Die unterschätzte Förderung
In der Schweiz können Sie die gesamten Investitionskosten einer Solaranlage als energetische Gebäudesanierung zu 100% von den Einkommenssteuern abziehen. Dies gilt für:
- Solarmodule und Wechselrichter
- Montagesystem und Installation
- Planung und Bewilligungskosten
- Batteriespeicher (in den meisten Kantonen)
- Wallbox/Ladestation (je nach Kanton)
Rechenbeispiel Steuerabzug
Investition: CHF 20'000 für eine 10-kWp-Anlage
- Steuerbares Einkommen CHF 80'000 (Grenzsteuersatz ~22%): Steuerersparnis CHF 4'400
- Steuerbares Einkommen CHF 120'000 (Grenzsteuersatz ~28%): Steuerersparnis CHF 5'600
- Steuerbares Einkommen CHF 200'000 (Grenzsteuersatz ~35%): Steuerersparnis CHF 7'000
Profi-Tipp: Aufteilen auf zwei Steuerjahre. Bei hohen Investitionsbeträgen kann es sich lohnen, die Kosten auf zwei Steuerjahre aufzuteilen, um einen höheren Grenzsteuersatz auszunutzen. Besprechen Sie dies mit Ihrem Steuerberater. Mehr Details in unserem Steuerratgeber für Solaranlagen.
3. Kantonale Förderungen – Zusätzliche Subventionen
Viele Kantone bieten zusätzlich zur Bundesförderung eigene Programme an. Hier eine Übersicht der wichtigsten kantonalen Förderungen (Stand 2026):
Deutschschweiz
- Zürich (ZH): Zusätzliche Förderung über das Gebäudeprogramm. Batteriespeicher-Förderung für Neubauten im Rahmen von Minergie. Diverse Gemeindezuschüsse (z.B. Stadt Zürich, Winterthur).
- Bern (BE): Kantonaler Förderbeitrag für PV-Anlagen über das Gebäudeprogramm. Zusätzliche Batterie-Förderung möglich. Zahlreiche Gemeindeprogramme.
- Luzern (LU): Förderung über das kantonale Gebäudeprogramm. Spezialförderung für Fassadenanlagen (BIPV).
- Aargau (AG): Kantonales Förderprogramm mit zusätzlichen Beiträgen. Spezielle Förderung für Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV).
- St. Gallen (SG): Kantonale Zusatzförderung über Energieagentur. Gemeindeförderungen in vielen Städten.
- Basel-Stadt (BS): Grosszügige städtische Förderung zusätzlich zur EIV. Spezialförderung für Indach-Anlagen.
- Basel-Landschaft (BL): Kantonales Förderprogramm mit Zuschüssen für PV und Batteriespeicher.
- Thurgau (TG): Kantonale Zusatzförderung. Diverse Gemeindeprogramme im Thurgau.
Westschweiz
- Genf (GE): Umfangreiches kantonales Programm mit attraktiven Zuschüssen. Speziell hohe Förderung für Batteriespeicher und bidirektionale Lader.
- Waadt (VD): Kantonale Förderung über Programme d'encouragement. Zusätzliche Gemeindeprogramme in Lausanne und anderen Städten.
- Freiburg (FR): Kantonale Energieförderung mit Zuschüssen für PV und Speicher.
Zentralschweiz und weitere
- Zug (ZG): Kantonale Förderung mit Fokus auf Gesamtenergielösungen.
- Schwyz (SZ): Kantonales Förderprogramm über Gebäudeprogramm.
- Graubünden (GR): Spezielle alpine Solarförderung und kantonale Zuschüsse.
- Wallis (VS): Kantonale Förderung, besonders attraktiv in Kombination mit alpinen Solaranlagen.
- Tessin (TI): Kantonales Programm mit zusätzlichen Förderbeiträgen.
Tipp: Die kantonalen Förderprogramme ändern sich häufig. Prüfen Sie die aktuellen Bedingungen auf der Website Ihres Kantons oder auf energiefranken.ch, der zentralen Plattform für alle Energieförderungen in der Schweiz.
Ihre persönliche Förderungs-Berechnung
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Förderungen berechnen →4. Gemeinde-Förderungen – Oft übersehen
Viele Schweizer Gemeinden bieten zusätzliche eigene Förderungen, die oft übersehen werden. Diese können CHF 500 bis CHF 5'000 betragen. Einige Beispiele:
- Stadt Zürich: Zusätzliche Förderung für PV-Anlagen und Batteriespeicher über ewz
- Winterthur: Stadtwerke Winterthur bieten zusätzliche Förderbeiträge
- Bern: Energie Wasser Bern (ewb) mit eigenen Förderprogrammen
- Basel: IWB fördert PV und Speicher zusätzlich
- Luzern: ewl bietet kommunale Zuschüsse
Wichtig: Fragen Sie bei Ihrem lokalen Elektrizitätswerk (EW) oder Ihrer Gemeinde nach aktuellen Förderprogrammen. Oft sind diese zeitlich begrenzt und budgetabhängig – wer zuerst kommt, profitiert zuerst.
5. Batterie-Förderung – Zunehmend verbreitet
Immer mehr Kantone und Gemeinden fördern auch Batteriespeicher. Die Förderung beträgt typischerweise:
- Pauschal: CHF 1'000 – CHF 3'000 pro Speichersystem
- Pro kWh Speicherkapazität: CHF 100 – CHF 300 pro kWh
Für einen typischen 10-kWh-Speicher können Sie so CHF 1'000 – CHF 3'000 zusätzlich erhalten. Dazu kommt der Steuerabzug auf die Batterie-Investition.
6. Kumulative Beispielrechnung: So viel Förderung ist möglich
Hier ein realistisches Beispiel für eine 10-kWp-Anlage mit 10-kWh-Batteriespeicher im Kanton Zürich:
- PV-Anlage 10 kWp: CHF 20'000
- Batteriespeicher 10 kWh: CHF 10'000
- Gesamtinvestition: CHF 30'000
Förderungen:
- EIV Bund (PV): CHF 3'550
- Kantonale Förderung: CHF 1'500
- Gemeinde-Förderung (z.B. ewz): CHF 1'500
- Batterie-Förderung: CHF 2'000
- Steuerabzug (Grenzsteuersatz 25%): CHF 5'360
- Total Förderungen: CHF 13'910
- Effektive Nettokosten: CHF 16'090
Das entspricht einer Förderquote von 46% – fast die Hälfte der Investition wird durch verschiedene Programme gedeckt.
7. Zeitplan und Antragsstellung
Wann welchen Antrag stellen?
- Vor der Installation: Kantonale und kommunale Förderungen prüfen und ggf. vorab beantragen (manche erfordern dies!)
- Nach der Installation: EIV-Antrag bei Pronovo innerhalb von 12 Monaten nach Inbetriebnahme
- Steuererklärung: Investitionskosten im Jahr der Bezahlung (oder aufgeteilt auf 2 Jahre) abziehen
Häufige Fehler bei der Antragstellung
- Zu spät beantragen: Einige kantonale Programme haben Fristen VOR der Installation
- Dokumente unvollständig: Offerte, Rechnung, Beglaubigung und technische Datenblätter bereithalten
- Steuerabzug vergessen: Erstaunlich viele Anlagenbesitzer vergessen den Steuerabzug – der oft die grösste Einzelförderung darstellt
- Gemeinde-Förderung nicht prüfen: Fragen Sie aktiv nach – diese Förderungen werden selten beworben
Fazit: Nutzen Sie alle Förderungen voll aus
Das Schweizer Fördersystem für Solaranlagen ist grosszügig, aber komplex. Wer alle Programme kennt und richtig nutzt, kann die effektiven Kosten seiner Solaranlage um 40–60% reduzieren. Lassen Sie sich von Ihrem Installateur beraten – ein guter Fachbetrieb kennt alle lokalen Förderprogramme und hilft Ihnen bei der Antragstellung. Berechnen Sie jetzt Ihr persönliches Förderungspotenzial mit unserem kostenlosen Solar-Rechner.
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